Burnout-Link-Tipps — #5

Fünfte und letzte Lieferung der (fast) täglichen kulturellen Link-Bonbons, die mir Freude machen und Kraft spenden und die ich seit meinem Burnout-Zwischenfall mit ›meinen Leuten‹ in einer kleinen Privatmitteilungs-Gruppe bei Twitter teile.

Ab Montag den 17. Dez. bin ich wieder uff der Arbeit und werde nicht mehr so viel Zeit und Musenkraft haben Link-Tipps zu zu teilen, bzw. hier in so langen Sammelbeiträgen aufzubereiten.

Aber ich strebe an, die kurzen Link-, Kultur- und Gott-und-die-Welt-Tipps, die ich bisher hier rausgeballert habe als einzelne Häppchen für ›molochronik reloaded‹ anzubieten.


Freitag, 07. Dez.: Einigen von euch ist ja bekannt, dass ich die Filme von Denis Villeneuve sehr verehre. Bin bei ‘nem Netzstreifzug zufällig in »Prisoners« (2013) reingestolpert und fand den vom Fleck weg gigantisch (war nebenbei auch mein erster Kontakt mit der wundervollen Musik des leider viel zu früh verstorbenen ›Drone Music‹-Meisters Johann Johannsson). Ich war angetan, wie hier mit ruhiger Hand enorm fett Atmosphäre aufgeladen wird, sachte, dem Publikum zutrauend, Geduld und Lust am Beobachten zu haben (statt sich ›nur‹ berieseln zu lassen von Spektakel-Wuchtigkeiten). Hab dann »Die Frau die singt – Incendies« (2010, nach einem Theaterstück von Wajdi Mouawad; bis heut mein Lieblingsfilm von Villeneuve) nachgeholt, dann »Enemy« (2013 für mich sein schwächster Flick, aber dennoch ein köstliches Bon-Bon für Freunde der verstörend-rätselhaften ›Magischer Realismus‹-Phantastik), »Polytechnique« (2009, Tipp: liegt als Bonus-DVD der Sonderedition von »Enemy« bei) und schließlich »Sicario« (2013, mein erster Villeneuve im Kino).

Ich war sehr nervös, wie Villeneuve wohl »The Story of Your Life« von Ted Chiang (als Übersetzter kenne und schätze ich Geschichte nur zu gut) adaptieren würde: »Arrival« (2016, bin zufrieden damit, wie der knifflige Erzählknoten gelöst wurde) fügt sich neben den Arbeiten von z.B. Alex Garland (»Ex Machina« & »Annihilation«) oder Brit Marling (»Another Earth«, »The East« & der Netflix-Serie »The OA«) zu einem kleinen aber feinen Kanon zeitgenössischer, bewundernswert engagierter, poetischer Science Fiction-Film-Gemmen. Letztens habe ich einem Hausbesuch »Blade Runner 2049« (2017) vorgeführt — für mich einer der seltenen Fälle, wo ‘ne Fortsetzung um Klassen besser ist als das Original. Ich hab ihn zum sechsten, der Gast zum ersten mal gesehen und ich war baff, wieviel ich immer noch aus diesem Film schöpfen kann.

An die älteren franko-kanadischen Sachen von Villeneuve kommt man hier in Europa leider nicht rann, obwohl einige davon bei uns sogar im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen versendet wurden. Als nächstes stehen ja zwei Teile »Dune«-Verfilmung nach dem SF-Klassiker von Frank Herbert an. — Hier als Kostprobe des Könnens von Denis Villeneuve »Next Floor«, ein Musterbeispiel, wie man wirklich ›spooky shit‹ in eine aufrüttelnd komische Grotesque verwandeln kann:


Samstag, 08. Dez.: Heutiger Tipp ist wieder ernster (bietet imho dennoch einige Gelegenheiten zum Schmunzeln). Als ich noch mehr Eierschalenreste hinter den Ohren hatte, war ich für so Leuz wie Rüdiger ›ich mach schon mal den Wein auf‹ Safranski, Peter ›die männliche Antje der Befund-Philosophie‹ Sloterdjik oder (um den geht’s) Norbert Bolz noch geduldiger und empfänglicher … oder sind diese Herren im Lauf des neuen Jahrtausends einfach rapide dööferer, ängstlicher, eitler kurz: unvernünftiger geworden? Damals hab ich noch Magazine wie »Cicero« gelesen ohne sofort zu meinem Revolver zu greifen und zitierte sogar Texte von Norbert Bolz ausführlicher in meinem Blog: »Lesende Weltwanderer« (gutes Beispiel, warum ich ein unentspanntes Verhältnis zu meiner Schreibe hab).

Mittlerweile scheint Bolz die Welt des zivilen Sprechens und unaufgeregten Denkens weitestgehend abhanden gekommen zu sein und er hat sich merklich radikalisiert. Aus einem, der mal liberal-konservativ originell war, wurde jemand, der eifrig ein Spektrum irgendwo zwischen elitär-populistisch bis krypto-völkisch bedient. Wie sich wo ein Wandel vollzieht, haben Autor Wolfgang Ulrich (auf Twitter: ) und Kunsttheoretiker Jörg Schaller (auf Twitter: ) in einem langen, und wie ich finde, sehr fein geschriebenen und dargelegten Analyse-Gespräch zu Bolz’ twitter-Texten bei »Pop-Zeitschrift Kultur & Kritik« unter dem zum Niederknien schönen Titel »Im Stahlgezwitscher« besprochen.


Sonntag, 09. Dez.: Ich absolviere ja (Dank der Mediathek der Stadtbücherei Frankfurt) dieser Tage eine Erst- bzw. Wiedersichtung von »Games of Thrones« (is’n Thema für sich) und jedesmal, wenn bei den fast durchwegs hörenswerten Audio-Kommentaren die Mitwirkenden (verständlicherweise) über den Vorspann als »beste Main Title-Sequenz ever abjubeln, denk ich mir: »Jo, schon doll, vor allem, weil der für Zweitwelt-Fantasy so wichtige geographische Orientierungs-Service geleistet wird, aber nicht so hübsch, wie z.B. einer der schönsten Vorspanne (Vorspänner? Vorspanni?) der letzten Jahre: dem zur Piraten-Äktschn-Soap ›Black Sails‹«.

Die Serie selbst find ich nicht so knorke und hab entsprechend anfangs nur zwei, drei Folgen weit reingeguckt. Aber das als Elfenbeinskulptur gestaltete Seeräuber-Panorama im Verbund mit der fetzigen Metal-Folk-Mukke von Bear McCreary löst bei mir stets Gänsehaut aus. Der Serie geb ich vielleicht noch mal ‘ne Chance, wenn sie bei einem der Streaming-Anbieter, bei denen ich Kunde bin, für umme angeboten wird.

Hier nun ein feiner Artikel bei »The Art of the Title«, wo die vielen Einflüsse besprochen werden. Ich hab mir beim Gucken der ersten »Black Sails«-Folge ja sofort gedacht: »Das ist voll vom Neo-Barock-Meister Kris Kuksi geklaut!«, einem komplett Irren bildnerischen Collage-Künstler, den ich vor Jahren über das Blog »This Is Colossal« entdeckt habe. — Für die Star Wars-Freunde unter euch, hier ein Beispiel für Kuksi’s Humor: »Imperial Rights Fighter«.


Montag, 10. Dez.: Heutiger Tipp des Tages hat mich dazu verleitet, spaßeshalber mal zu vergleichen, wie es in den verschiedenen europäischen Wikis um den Film »Der König und der Vogel« (1979) von Jacques Prévert und Paul Grimault bestellt ist.

Trostpflaster: es gibt den Film in seiner restaurierten Fassung billig auf DVD oder bei Amazon Prime für umme. Wer »Der König und der Vogel« nicht kennt, sei herzlich dazu ermuntert, ihn nachzuholen. Ich habe den einmal Anfang der 80er als Kiddi im Dorfkino gesehen, so richtig mit Dia-Leinwand und Projektor-Geratter, zusammen mit vielleicht zehn anderen Rotznasen unter Aufsicht meiner größeren Schwester.

Erst letztes Jahr hatte ich via Amazon Prime die Gelegenheit ihn wieder mal zu gucken, und heut Abend ist er wieder dran. Unmöglich zu übertreiben, wie prägend diese Zeichentrickgemme für mich war: hat zusammen mit »Der Dunkle Kristall« (den ich damals 2-3 Jahre später sah) wesentlich dazu beigetragen, dass ich mit Mainstream-Fantasy nie wirklich warm geworden bin und stattdessen ehr die krummeren Pfade der sogenannten ›weird fiction‹-Phantastik eingeschlagen habe, für die Surrealismus, Symbolismus bis hin zu Dada einflussreicher sind, als klassische Mythen, Sagen und Heldengeschichten.

Meine Helden von Arte haben ein feines kleines Filmchen gestaltet: »5 Gründe um ›Der König und der Vogel‹ wieder zu sehen«.

Als herausragendes Exempel von dem, was ich gern ›die andere Fantasy‹ nenne, reicht der Einfluss von »Le Roi et l’Oiseau« weit in die heutige phantastische Populärkultur. An den Video-Spiel-Klassiker »Ico« hab ich auch gedacht, aber vor lauter Husch-Husch vergessen zu erwähnen. Ich Danke Rainer Sigl vom ›VideoGameTourism‹-Blog für seinen Hinweis auf den feinen Artikel »Ahnenforschung im Traumschloss« von Christof Zurschmitten. — Lass Dich umarmen, Kamerad!


Mittwoch, 12. Dez.: Ich arbeite heute an meinen Jahresbückblick-Kurzbesprechungen von Games für . Da kann jeder auch Bronze-, Silber- und Gold-Pokale vergeben und ich nutze die Gelegenheit, euch meinen Gold-Titel hier sozusagen vorab gesondert zur inniglichen Beherzigung anzuempfehlen.

Über fünf Jahre hinweg, fast im Alleingang, hat Illustrator (der sich das Game-Programmieren selbst beibrachte) Jason ›Jake‹ Roberts () an gefrickelt und herausgekommen ist ein im Grunde sehr simples und zugleich filigranes, poetisches Spiel. — Beim Versuch die quecksilbrige Natur der Wirkung von ästhetischen Reizen auf das Gemüt zu fassen neige ich bisweilen zum intermedialen Vergleich und bemühe deshalb gern mal z.B. musikalische Begriffe für Bücher, literarische für Filme, dramaturgische für Musik u.s.w.. Auf dem schier unüberschaubaren Feld der Video-Spiele gehört der Bereich der ›Game-Lyrik‹ womöglich zu den kleinsten, aber »Gorogoa« ist ein leuchtendes Beispiel für das großartige Potential dieses zarten Genres. Alles wird mit wunderschönen handgezeichneten Illustrationen ›erzählt‹, weitestgehend (auf den ersten Blick) realistisch. Die Weise, wie man hier von einem Bild ins nächste seinen Weg durch Erinnerungen finden muss, und die Art wie verschiedene Motive durch Schieben, Vergrößern und Verkleinern, Hinaus- und Hinein-Zoomen gegenübergestellt werden und sich dabei Sinn-Harmonien und Bedeutungs-Kontraste ergeben, oder wie sich plötzlich Zusammenhänge drastisch ändern können, haben mich zutiefst beeindruckt und berührt. — Leider hat das Gerät, auf dem ich »Gorogoa« gekauft habe (mein iPad mini) einen bösen Bildschirmschaden und ich kann das Spiel nicht mehr komplett sehen. Zu gerne würde ich »Gorogoa« noch ein paar mal ganz genau Notizen führend durchwandern, um haarscharf aufzupassen, was da eigentlich erzählt wird. So kann ich nur aus der Erinnerung zusammenfassen, dass es eine gänzlich überraschende Mischung aus Bildergeschichte, bewegtem Comic und Puzzle-Spiel ist, der ich ohne mit der Wimper zu zucken Gold als mein liebstes Spiel des Jahres 2018 gebe.

 

Burnout-Link-Tipps — #1

Beginnend mit Mittwoch, den 07. November 2018 — dem Tag meines Burnout-Zusammenbruchs — hier die ersten sieben meiner ›läppischen‹ Link-Tipps, die ich in meiner ›safe space‹-Twitter-PM-Gruppe »Arkadische Guerilla« geteilt habe. Das ist der Hauptzweck der Gruppe: weiterhin eine Möglichkeit zu haben mein Talent als querbeet gründelndes Trüffelschwein auszuleben, und Leuz, die eben dieses Talent von mir wertschätzen, mit meinen Funden zu erfreuen.  Statt mich im offenen Twitter über alles Mögliche heftig uffzuregen, konzentriere ich mich darauf, in einer kontrollierten Umgebung gesellig und positiv zu sein. — Am Donnerstag den 08. hatte ich zu viel um die Ohren und war zu erschöpft, um einen Tipp zu verschicken.

Viel Spaß!
Cheers,
Alex / molo


Mittwoch, 07. Nov.: Allen KRITISCHEN Lovecraft-Kennern zum Abgiggeln empfohlen. Dieser Essay von @OSPyoutube wurde mir von youtubes Empfehlungs-Algorithmus nahegebracht. Hab ‘nen Gutteil des Mittwochs damit verbracht, den Kanal von ›Overly Sarcastic Productions‹ zu durchstöbern. Hat mir sehr geholfen, mich zu beruhigen.   


Freitag, 09. Nov.: Heutiger Netflix-Tipp über den ich mich SEHR freue (neben der 2. Staffel »The Sinner« und »American Horror Story: Cult«): ich kann endlich wieder mal »An American Tail« auf Englisch gucken. Was hab ich harter 14-Jähriger damals Tränen der Rührung vergossen bei diesem Lied.


Samstag, 10. Nov.: Unter anderem, weil ich wiederum gescheitert bin, mit Technik für Podcast-Aufnahmen zurecht zu kommen (Update: Massenschleifen-Brummen Dank selbst gebasteltem Erdungskabel mittlerweile beseitigt … Yeah!) hab ich mich extrem frustriert dem Bude-Aufräumen hingegeben und ließ dabei nebenbei dieses Video über Scots (nicht zu verwexeln mit Scotish English!) von laufen. Großartiger Channel für alle denen Gefizzel & Eigenheiten von Sprachen Freude bereitet. Darin dann folgender Hammer, über den ich jetzt noch lach:

»There is no universal standard to determine what’s a language and what’s a dialect. — ›A language is a dialect with an army and a navy‹«

»Es gibt keine allgemein gültigen Kriterien um zu bestimmen, was eine Sprache und was ein Dialekt ist. — ›Eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee und einer Marine.‹«

Das Zitat stammt von Max Weinreich.


Sonntag, 11. Nov.: Irgendwie bin ich nach Akku-Aaufladen wachgeworden, und frug mich: was ist eigentlich aus der Animationskünstlerin Nina Paley geworden, die mich damals™ mit ihrem Video zu »This Land Is Mine« beeindruckt hat, und deren Film »Sita Sings the Blues« bei uns komplett untergegangen ist?
(Eh ein Thema für sich … wieviel hochrangige Animationsfilme NICHT den Weg auf den deutschen Markt schaffen; googelt zB mal »Kahlil Gibran’s The Prophet«; der wird in der deutschen Wikipeadia noch nicht mal ERWÄHNT, weder beim Autor, dem Buch, den durchaus hochkarätigen Sprechern Liam Neeson oder Alfred Molina, oder der Sprecherin/Produzentin Selma Hayek).
Zurück zu Nina Paley: hier ein kurzer Film der geeignet ist, einem ganze Semester Religions- & Mythologiegeschichte zu ersparen:


Montag, 12. Nov.: Hab mich selbst damit überrascht, als ich mich getraut hab, bei Kamerad Markus Mäurer einen Kommentar in sein feines Blog ›translate or die‹ zum Thema »Ist der Markt für anspruchsvolle Phantastik im Arsch?« zu platzieren … okay, es ist ein Uffreg-Text, aber ich glaub, ich hatte mich im Griff.


Dienstag, 13. Nov.: Mein heutiger Tipp ist einfach: »The Grand Budapest Hotel« (2014) von Wes Anderson. Ich schrieb ja schon im offenen Burnout-Twittagebuch, dass ich Anfangs mit Anderson nicht wirklich warm wurde. »Rushmore« (1998, Videothek) und »The Royal Tennenbaums« (2001, Videothek) sah ich damals und fand sie so ›meh‹-kurios-fad. Aber »The Fantastic Mr. Fox« (2009, Stream) eroberte sofort mein Herz, und auch »Moonrise Kingdom« (2012, Stream) hat mich inniglich amüsiert. »Isle of Dogs« (2018) war dann der erste Anderson-Film, den ich im Kino sah und — hier wird’s jetzt wacklig, denn die Steigerungen der Begeisterungsverkündigung drohen zu einem heiklen Balance-Akt des In-der-Höhe-Aufeinandertürmens zu werden — ich war noch hingerissener: nie war Not, Elend & Dystopie so schön, so ergreifend, so lustig!

Nun also TGBH. Was soll ich sagen? Normalerweise muss ich lange knobeln, mich durch Zweit- & Drittbeschau, Vergleichen mit sonstigen Werken eines Machers und den in Frage kommenden Milieu-/Genre-Artgenossen vergewissern, um meine Höchstnote nicht unachtsam einem unwürdigen Kandidaten angedeihen zu lassen, aber diesmal — wie zuletzt, so meine Erinnerung mich nicht trügt, bei »Gravity« (2013) — bin ich bereits nach erster Augenscheinnahme sicher: dieser Film ist eine 10 (oder Plus 5 über der unsichtbaren Grenze der absoluten Mittelmäßigkeit; Maßstab-setzendes  Meisterwerk; olympisch). Natürlich hat mich TGBH angefixt, mich in Bälde mal näher der Werke von Stefan Zweig anzunehmen, den ich bisher nur auszugsweise kenne. Hier die Abspannmusik, die ich nach dem Film einige Male wiederholt habe, inkl. beiseit rücken der Möbel, damit meine osteuropäischen Gene genug Platz haben um gehörig abzuzappeln.


Mittwoch, 14. Nov.: »Die rote Schildkröte« ist noch bis zum 21. November 2018 bei arte für umme zu sehen, und wer den Film dort verpasst, kann ihn auf einigen Plattformen  streamen, oder sich eben gleich auf DVD/Blu Ray besorgen. Ich hab zwar den Verdacht, hier dem Chor zu predigen, aber trotzdem: wenn auch nur einer von euch noch nix von dieser Studio Ghibli-KoProduktion mitbekommen hat, oder noch nicht dazu gekommen ist ihn zu sehen, hat sich die Mittelung gelohnt. Macht euch einen schönen Abend mit einem Film-Gedicht ohne Worte: nur Bilder, Geräusche und Musik. Und wer selbst irgendwie kreativ unterwegs ist, wird anhand dieses Films viel über die Kunst des Geschichtenerzählens lernen können. Er ist eine machtvolle Erinnerung daran, dass die grundlegendsten Elemente jeder Geschichte Menschen sind, ihre Gefühle, ihr Hoffen und Scheitern und wo sie sich in der Welt wiederfinden und wie sie mit ihr umgehen; und dass es keine Sprache, fizzeligen Begriffe und darauf aufbauenden ausgeklügelten ideologischen Streitgespräche braucht, um über diese essentiellen Dinge nachzudenken. »Die Rote Schildkröte« strotzt derart vor Selbstvertrauen und Schönheit, dass es schon schmerzt. Aber auf die Gute. Vertraut mir.